Waffenräder

         
         

Home

2-pedals.org Aktuelles

Zur Waffenrad Übersicht

Sporträder

Lastenräder
Tandems
Klappräder
Eigene Konstruktionen
Exoten
Diverse Fahrräder
Anhänger
Zubehör/Teile

Nach Baujahr:
-1945
1945-1990
1990-

Ich auf Radreisen

Meine Räder
auf Festivals und
Ausstellungen

Diaschau
Eigene Radlvideos

Österreichische
Radlausdrücke


Radinteressantes

Kontakt
Links

   
Zur
Waffenrad Übersicht
Zur
Waffenrad Übersicht
   

Waffenrad,

Eine Bezeichnung die im österreichischen Raum für jedes Rad, das alt, schwarz und schwer ist, gebraucht wird. Tatsächlich aber ist das Waffenrad ein spezieller Typ aus der Steyr Fahrradproduktion:

ÖSTERREICH.- UNGARISCHE MONARCHIE

1893 beschloss die Österreichische Waffenfabriksgesellschaft (ÖWG) Fahrräder ab 1894 zu produzieren. Der Waffenmarkt ging aufgrund der langen Friedensperiode erschreckend (für die ÖWG) zurück.

Dazu und um auch einen schon am Fahrradmarkt eingeführten Namen zu haben, gingen sie einen Vertrag mit der englischen Fahrradfabrik Coventry Machinists CO. LTD (CMCL) ein. Diese war die am längsten in der Monarchie eingeführte Marke. Das Verkausgeschäft Curiel (Elisabethstrasse 5 ) bot sie seit 1881 an. Nun produzierte die ÖWG mit Know How der Engländer und übernahm und produzierte die Modellpalette von CMCL. Daher auch der Name der Fahrräder: SWIFT.

Die Steuerkopfplakette war ein rundes Schild mit dem österr. Herzogshut (ungar. Modell mit Stephanskrone) mit der Aufschrift: ÖESTERREICH. WAFFENFABRIKS-GES STEYR MOD STEYR.

Auf der ersten Bildannonce der ÖWG im Deutsch-Österreichischen Radfahrer heißen sie: Waffenfabrik-Swift-Fahrräder, wo der Name Waffenrad schon vorweggenommen wurde.

1895 wird der Name Waffenrad schon als Telegrammadresse der ÖWG verwendet.

1896 wurde WAFFENRAD dann letztendlich als Marke im Gewerbe und Handelsregister Linz eingetragen. Nun waren spezielle Räder der ÖWG in Steyr Waffenräder.

Steuerkopfplakette war nun ein ovales Schild oben und unten Spitz mit dem Wortlaut WAFFENFABRIK STEYR schräg geschrieben und mit diversem Kriegsmaterial, wie 2 Vorderlader, Dolch, Schießpulverhorn etc.

Der Namenszug wurde statt Swift nun Waffenrad mit dem Pfeil, oder Gewehr durch die Schrift

Um 1900 änderte sich die Steuerkopfplakette wieder, der „Schmid“ kam auf die Räder. In einem Banner über dem Schmid steht Waffenfabrik Steyr. Der Schmid hält rechts von sich ein Waffenrad und links ein Gewehr, dahinter sind Zahnräder zu sehen.

   

1. REPUBLIK ÖSTERREICH

1919 änderte sich das Emblem der ÖWG zu der heute bekannten Schießscheibe, diese wird nun auch die Steuerkopfplakette.

1925, ein Jahr mit vielen Veränderungen, die ÖWG stellt auf Serienproduktion um, Rationalisierungsmassnahmen in der Automobilherstellung, die Planung eines neuen „ Mittelklasse Wagens“. Die ÖWG gerät in Turbulenzen, da hohe Investitionen erforderlich sind. Auch steigen die Lebenserhaltungskosten rapid an, die Löhne müssen neu überdacht werden.

Auch um den Übergang in die zivile Produktion zu dokumentieren wird 1926 der Firmenname in STEYR-WERKE-AG (SW) geändert.

Schon 1933 wurde überlegt, die seit 1929 gute Zusammenarbeit der SW mit den Austro-Daimler-Puchwerken, noch weiter zu intensivieren. Denn der Automobilmarkt hat laufende Rückgänge zu verzeichnen.

STÄNDESTAAT (Österr. Faschistische Diktatur)

1935 fusionierten beide zu einem Werk, der heute bekannten STEYR-DAIMLER-PUCH AG. Die Steyr Fahrradproduktion wird eingestellt und nach Graz verlagert.

3. REICH

Spätestens ab 1939 werden die Fahrräder, wie sie auch heißen, ob Austro-Daimler, Styria, Puch oder Steyr absolut gleich, sie unterscheiden sich nur mehr am Steuerkopfschild, Kettenblatt, Kotblechfigur und Linierungen.

2.REPUBLIK ÖSTERREICH

Ab Ende 1945 ging in Graz wieder die Fahrradproduktion los. Dies war die Zeit wo fast alle Teile dort oder in der Nähe erzeugt wurden. Styria war der „Wundername“. Die Waffenräder, wieder ab 1952 (nur als Herrenrad) angeboten, wurden mit Styria Dynamo, Vorderlicht, Pedale, Plastiksattel, Vorderradnabe, Hinterradrücktrittnabe etc ausgeliefert. Auch wurden sie massiver und stärker als die anderen Räder der Modellpalette von SDP AG augestattet. Dickere Rohre, 2,5 mm Speichen.

1953 wurde nun auch wieder eine Damenversion hergestellt. Diese beiden Modelle wurden bis 1968 unverändert angeboten.

Ab 1969 trat wieder ein Standardrahmen an die Stelle des verstärkt-robusten. Die 2,5 mm Speichen und die Schießscheibe blieben als Merkmal.

Die 1970er Modelle (weiße Flügel) lassen in der Qualität nach, die Rahmenrohre wurden mit den Muffen nicht mehr verlötet sondern punktgechweisst, das aufwendige Glockengetriebe wurde zu einem Keilgetriebe. Man zollte dem Autoboom Tribut.

Um 1985 wurden die Waffenräder wieder populär, das Hollandrad wurde kopiert, es kam Kleiderschutz, geschlossener Kettenschutz, Hufeisenschloss, diese Räder haben Flügelaufkleber. Speichen 2,3 mm

1987 wurde die Fahradproduktion (zu Beginn des Fahrradbooms!!) an die italienische Firma PIAGGIO verkauft.Im Vertrag gab es eine Klausel, dass Waffenräder weiter in der Produktpalette vorkommen sollten.

Die ital. Waffenräder hatten besseres Kurbelgetriebe, eine Trommelbremse.

Ab 1993 mit Hochzug Stangenbremse und statt den lackierten Felgen schwarz eloxierte Alu-Felgen.

   
   
   
     
Quelle: Walter Ulreich, Das Steyr Waffenrad, Weishaupt Verlag Graz

Zur Waffenrad Übersicht